Jesus im Juni geboren

Der Spiegel schreibt: „Weihnachten müsste eigentlich im Juni gefeiert werden, glauben australische Astronomen. Anhand von Sternenkonstellationen haben sie das Geburtsdatum Jesu neu berechnet. Ergebnis: Jesus wurde am 17. Juni geboren – im Jahr 2 vor Christus.“. Netter Versuch, aber darauf fallen wir nicht rein…

Ohne jetzt deren wissenschaftliche Absichten in Frage zu stellen, aber wenn Australier herausfinden, dass – Wunder, oh, Wunder – sie eigentlich Weihnachten im Schnee feiern müssten und wir bei Sangria statt Glühwein am Strand, dann ist das ungefähr so glaubwürdig wie:

  • wenn Ypsilanti sagt, dass sie nicht mit der Linkspartei will
  • wenn Merkel sagt, dass sie kein zweites Konjunkturprogramm auflegen wird
  • wenn Schäuble sagt, dass er für die Freiheit und Bürgerrechte kämpft
  • wenn Lafontaine sagt, dass er für die Arbeiterschicht kämpft

9 Antworten zu Jesus im Juni geboren

  1. benj@min sagt:

    Interessante Vermutung. Fakt ist, dass wir den Umstand, dass Weihnachten zur Zeit der Wintersonnenwende stattfindet den alten Persern verdanken. Die hatten nämlich einen Sonnengot namens Mithra, der als Mithras später bei römischen Legionären sehr beliebt war und so seinen Weg nach Westeuropa fand. Dort konkurrierte der Kult eine Zeit lang mit dem Christentum. Irgendwann im 4. Jahrhundert hatte ein römischer Bischof dann eine tolle PR-Idee und machte den Heiden den Wechsel schmackhafter, indem sie ihren Termin behalten durften.

  2. ketzerisch sagt:

    Interessant. Ich dachte immer, das Datum von Weihnachten hätte sich nach nordischen Bräuchen gerichtet. Auf der anderen Seite ist bestimmt mehr als ein Volk dieser Welt auf den Gedanken gekommen die Sommer- und Wintersonnenwende zu feiern.

  3. theologie-der-vernunft.de sagt:

    Das lebendige Wort und die Wintersonnenwende –
    mit der Geburt eines Wandergurus hat es nichts zu tun.

    Jesus ist wirklich an Weihnachten geboren. Dass dieses Datum in den ersten Jahrhunderten u.A. aus den bereits genannten Gründen (Konkurrenz zu Mithras bis heidnische Bräuche) aufgriffen wurde, ist mir klar. Doch dass die Umwidmung nur ein päpstlicher Propagandatrick war, glaube ich nicht – mehr.

    Nachdem ich davon ausgehe, dass kein Wanderprediger geboren wurde, sondern es den Verfassern des N.T. um den Logos (eine natürliche schöpferische Logik/Sinn allen Seins) geht, der von Mutter Kirche in unvoreingeommener Weise, nur von Schöpfung ausgehend zur Welt gebracht wurde, macht dieses Datum Sinn.

    Es gibt kein Datum, das die natürliche schöpferische Logik allen evolutionären Lebensflusses besser deutlich macht, als die Wintersonnenwende.

    Kein Datum, das besser geeignet wäre, den grundlegenden Wechsel vom Mythos zum Logos, einer dogmatisch-dunklen Gesetzlichkeit zur griechisch gelehrten Lebenslogik besser symbolisiert.

    Und da es an Weihnachten nicht um die Geburt eines offenbarenden Wanderugurs geht, der von Frommen als Gott angebetet wird, sondern den Logos der griechischen Philosophie, der als jüdischer Messias erkannt und heidengerecht in menschlicher Gestalt zur Welt gebracht wurde, sehe ich auch einen Sinn darin, dass die heidnisch-kosmische Tradition aufgegriffen wurde.

    Und wieder ist kein Platz in der Herberge,

    halten sich die Theologen schriftgelehrt an Buchstaben,
    halten die Prediger leere Weihnachtsreden, oder reden im aufklärerischen Kurz-schluss von einem jungen Zimmermann, der seiner Frau den Seitensprung…

    halten dann die Naturalisten das alles für völlig absurd.

  4. theologie-der-vernunft sagt:

    Wintersonnenwende ist Weihnachten –
    nur mit der Geburt eines jungen Guru hat es wenig zu tun.

    Mir ist bewusst, dass dieses Datum aufgegriffen wurde, als Jesus und Mithras in Konkurrenz standen, gleichzeitig heidnische Bräuche umgewidmet wurden. Doch genau darum halte ich das Datum der Wintersonnenwende für getroffen.

    Wer wie ich nach jahrzehntelanger Ausertung des geschichtlich und dogmatischen Wissens davon ausgeht, dass es beim biblischen Wesen Jesus nicht um einen Wanderguru geht, sondern die schöpferische Vernunft, der griechische Logos als jüdischer Messias erkannt und gleichzeitig heidengerecht in menschliche Gestalt der Welt vermittelt wurde, der sieht das Datum aus ganz anderer Sicht.

    Es gibt kein Datum im Jahresverlauf, das die kreative=schöpferische Vernunft des natürlichen Werden besser zum Ausdruck bringen könnte.

    Es gibt kein Datum, das den Wechsel vom Mythos, dunkler metaphysischer Dogmatik zur griechisch erkannten Logik allen Lebensflusses in antiker Glaubensaufklärung (Urchristentum) besser symbolisiert.

    Ich halte daher die Umwidmung des kosmologisch-heidnischen Kultkalenders nicht für Progaganda, sondern gehe davon aus, dass selbst im heidnischen Kult der schöpferische Sinn gesehen, aufgegriffen wurde.

    Wenn uns das wieder gelingt:
    -wir den Sinn/Logos allen natürlichen Lebensflusses, den uns heute beispielsweise die Evolutionsbiologen erklären und der in vielfäligem Kult verkörpert ist,
    -mit dem angeblichen Gutmenschen Jesus, der lebendigen Offenbarung, über die hinaus es nichts vom Unbenennbaren Urgurnd aller Schöpfung zu sagen, zu beweisen oder zu spektulieren gibt, der die einzige irdische Vermittlungsinstanz ist,
    -auf einen Nenner bringen,
    den gemeinsamen Sinn so zeitgemäße zur Welt bringen,

    dann denke ich, ist Weihnachten

    Doch noch ist kein Raum in der Herberge,
    halten sich die Schriftgelehrten an Buchstaben, leere Reden…
    halten die Naturalisten das alles für völlig absurd.

  5. ketzerisch sagt:

    @theologie-der-vernunft

    Ich hielt mich eigentlich für leidlich vernunftbegabt, aber ich gebe offen zu, dass ich nicht folgen konnte.

  6. theologie-der-vernunft sagt:

    Wenn selbst Du als „Ketzer“ beim Begriff Jesus nur das Bild von einem jungen Gruru vor Augen hast oder eines dogmatischen Gottes-sohnkonstruktes, wie ihn derzeit die gesamte Theologie beschreibt, werden all meine Überlegungen zu einem Logos/natürlichen Lebenssinn völlig ins Leere gehen.

    Die kreative Vernüftigkeit des kosmischen Geschehens, die nicht mehr im Dunkel eines metaphysischen Vernunftbegriffes des Idealismus anfänglicher Aufklärung bleiben muss, sondern m.E. heute evolutionsbiologisch erklärt wird, bleibt dann nicht nur für unser Leben völlig unbedeutend, sondern kann auch mit dem Grund des christlichen Glaubens nicht auf einen Nenner gebracht werden.

  7. ketzerisch sagt:

    Ich bin nicht Ketzer im Sinne eines Ausgegrenzten der christlichen Kirche. Ich bin Ketzer im Sinne einer Person, die nicht die Mehrheitsmeinung vertritt.

    Vernunft und christlicher Glauben lässt sich in der Tat nicht auf einen Nenner bringen. Der christliche Glauben ist eine Reihe von Axiomen. Und Axiome sind eben solche und nicht vernünftig oder unvernünftig.

  8. theologie-der-vernunft sagt:

    Die Mehrheitsmeinung ist das es bei Jesus um einen jungen Juden, Mensch geht, der als Gott…

    In den Schriften der Bibelgesellschaft lese ich dann, dass es im Winter zu kalt für Hirten auf dem Felde gewesen wäre. Doch genau das ist Schwachsinn der Mehrheitsmeinung, die ursprünglich notwendigen Bildern verfallen ist, nicht mehr begreifen kann, dass es am Anfang um eine Vernunft/den Logos allen Lebensflusses ging und somit nur noch von einer Reihe von Axiomen ausgehen kann.

    Mündige Weihnachten
    jenseits der Mehrheitsmeinung

  9. Gerrit sagt:

    Es gibt schon seit längerem die Vermutung das Jesus irgendwann im Sommer geboren wurde, dies stützte sich u.a auch aus Erläuterungen des NT, wobei ich aber nicht genau weiß aus welchen. Neuere Forschungsergebnisse bezüglich der Geburt Jesu gingen bis dato von einem wahrscheinlichen 2-3 v. Chr. aus. Das würde sich mit den Ergebnissen der australischen Astronomen decken.
    Interessant ist, das der Geburtstag Jesu genau auf den einstigen „Tag der deutschen Einheit“ fällt.

    Gruß Gerrit

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