100 Prozent für Ypsilanti

Angesichts der schlimmen Vorwürfe gegen den linken Flügel der hessischen SPD bezüglich versuchter Wahlmanipultion, die inzwischen teilweise bestätigt wurden, klingt folgende Meldung der Frankfurter Rundschau nur noch grotesk:

FR schreibt: (Hervorhebung durch Autor)

Im Wahlkreis 39 (Fechenheim bis Nieder-Erlenbach) tritt schließlich die SPD-Landesvorsitzende Andrea Ypsilanti erneut an, die in Nieder-Erlenbach wohnt. Sie hatte beim letzten Wahlgang im Januar 2008 mit 41 Prozent der Stimmen gegen Gudrun Osterburg (CDU) mit 37,4 Prozent gewonnen. Ypsilanti erhielt bei der Nominierung 100 Prozent der Delegierten-Stimmen.

Ich unterlasse nahe liegende Anspielungen an dieser Stelle mal…

Update:
Wie die Frankfurter Neue Presse hinzufügt, gab es bei der Wahl mit Rolf Darmstadt sogar einen Gegenkandidaten.

5 Antworten zu 100 Prozent für Ypsilanti

  1. Christian sagt:

    So ungewöhlich ist das nicht. Roland Koch wurde von seinem Wahlkreis mit 98,8 Prozent (83 von 84 Deligierte) gewählt:
    http://www.roland-koch.de/Nominierung-von-Roland-Koch-im-Wahlkreis-Main-Taunus-I/1227740110.html
    Hessens Innenminister Volker Bouffier bekam auch 100 % der Stimmen in seinem Wahlkreis:
    http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/3962/cdu-stellt-bouffier-und-moeller-erneut-fuer-landtagswahl-auf/
    Judith Lannert (CDU) bekam 61 von 62 Deligiertenstimmen:
    http://www.judith-lannert.de/ca/p/gab/
    Die Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen. Die Sache ist die, dass es bei diesen Wahlen zum Landtagskandidaten in der Regel schonmal keinen Gegenkadidaten gibt. Es geht da nur darum, dass der Kandidat möglichst viel Zustimmung bekommt. Wer da unter 90 Prozent landet, gilt bei seiner Partei eigentlich schon als unbeliebt. Es fehlen meistens nur ein, zwei oder drei Stimmen und die in der Regel durch Enthaltung.
    Echte Demokratie findet auf diesen Nominierungsparteitagen nicht statt.

  2. ketzerisch sagt:

    Ja, außer in Eimsbüttel vielleicht… :-/
    https://verlorenegeneration.wordpress.com/2008/11/10/eimsbuttler-sandkasten/

    Die Meldung passte nur so zu den anderen Meldungen vom Sonntag. Vermutlich ist die 100% als Wohlfühlplacebo für Ypsilanti zu verstehen. Alle haben ihr noch mal den Rücken gestärkt.

  3. Christian sagt:

    Ja, das mit dem Annen war schon klasse. Mich würde es freuen, wenn noch mehr Mitglieder des SPD-Bundesvorstands mal richtig von der Basis abgestraft würden, allein dafür, dass sie seit Jahren Politik an dieser vorbei machen. Aber das traut sich leider kaum ein Ortsverband.
    Zu Ypsilanti:
    Folgende Meldung passt vielleicht am besten ins Bild über die SPD:
    http://www.fnp.de/fnp/region/lokales/rmn01.c.5371281.de.htm
    Die Frankfurter-Neue-Presse schreibt nämlich, dass Ypsilanti trotz eines Gegenkandidaten 54 von 54 Stimmen bekommen hat. Der Gegenkandidat konnte sich nichtmal selbst wählen, weil er gar kein Delegierter war.
    Und solche Leute wie dieser Gegenkandidat rufen dann wahrscheinlich auch bei der F.A.Z. an und erzählen was von Handyfotos. Denen scheint ja nichts mehr peinlich zu sein und innerlich haben sie auch schon mit der Partei abgeschlossen.

  4. ketzerisch sagt:

    Mit liegt keine Information vor, dass Rolf Darmstadt sich über das Wahlergebnis beschwert hätte. Auch nicht, dass er mit der F.A.Z. oder anderen Medien über Handyphotos sprach. Insofern sollte ihm, wenn überhaupt etwas, nur peinlich sein 0 Stimmen erhalten zu haben.

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