Commerzbank korrigiert Weltbild

Vor recht genau einem Monat hat die Commerzbank uns erklärt, dass die Wirtschaftskrise nicht so schlimm wird wie 1929. Das war schon da aber schon wenig überzeugend. Nun hat sie ihr Weltbild ein wenig pessimistischer, und wie ich meine realistischer, werden lassen.

Der Spiegel schreibt:

In einem Punkt aber sind sie sich weitgehend einig: Bis mindestens Mitte 2009 dürfte die Wirtschaft weiter einbrechen – und zwar EU-weit. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, rechnet für 2009 mit eine Konjunkturrückgang um 1,2 Prozent – vielleicht sogar mehr. „Für Deutschland wäre das die schärfste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg.“

Der Commerzbanker glaubt: Die Rezession wird lange dauern, und nach 2009 wird es keinen klassischen Aufschwung geben – denn die Immobilienpreise in den USA und vielen europäischen Ländern werde weiter sinken. Krämers Blick in die Zukunft klingt düster: „Nach dem Ende der Rezession wird sich eine blutleere Aufwärtsbewegung anschließen, die den Namen Aufschwung nicht verdient.“

Ich finde es gut, dass die Commerzbank die Brille inzwischen geputzt hat und die Sache ein bisschen klarer sieht. Einen Punkt möchte ich aber noch rausstreichen: Die Krise ist eine weltweite Superrezession. Halt eine Depression. Aber es gibt aber kaum bessere Plätze diese zu (üb)erleben als in Deutschland. Deutschland schlittert exzellent aufgestellt in die Krise. An dieser Stelle kann man die Regierung ruhig auch mal loben. Die Strukturreformen, die Rot-Grün unter Schröder eingeführt hat, sind jetzt goldwert. Auch Steinbrück macht eine gute Figur und Merkel wenigstens keine. Jedenfalls haut unsere Regierung nicht blind Geld raus wie die anderen. Die Krise wir ein Marathon, das hat sogar die Commerzbank schon erkannt. Daher sollten wir nicht alles Pulver gleich am Anfang verschießen. Zu glauben, dass ein großes Konjunkturprogramm die Krise abwenden kann, dass ist jedenfalls ein Irrglaube.

Zudem profitiert Deutschland in dieser Situation sehr stark vom Euro. Während in den vergangenen Jahren die Zinsen der Eurozone für Deutschland eher einen Tick zu hoch waren, sinken sie nun auf ein sehr expansives Niveau. In Deutschland hatten wir aber eine hohe Sparquote. Die Zinssenkungen werden hier im Gegensatz zu anderen Euroländern, die Binnennachfrage ankurbeln.

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